Bauhaus Museum   D-Dessau   2015   Wettbewerb

Gefasst von heterogener Bebauung, liegt der Stadtpark Dessau zentral am westlichen Abschluss der Kernzone. Die Hauptverbindung dieser zwei Stadträume erfolgt über die Ost-West laufende Ratsgasse. In ihrer Verlängerung steht das neue Bauhaus Museum und bildet damit das neue Tor zum Stadtpark. Axial von der alten Post findet das neue Museum seinen präzisen Abschluss im Norden. Mit einem minimalen Fussabdruck von 33x33m und einer Höhe von 22m tritt das Museum als Vertikales solitäres Volumen im Park in Erscheinung. Es reiht sich damit in die bestehende Gebäudetypologie, wie Teehaus oder Y-Haus oder der verschiedenen Denkmalbauwerke ein. Eine Fassade aus Glasbausteinen umhüllt den neuen Baukörper. Die quadratischen Elemente aus gegossenem Glas zeigen das präzise geschnittene Volumen unscharf transparent und reflektierend zugleich in seiner Parklandschaft. Drei grosse Öffnungen in der Fassade des Museums, zeigen dem Besucher die Eingänge. Angebunden an das bestehende Wegenetz können sie aus allen Himmelsrichtungen über vorgelagerte grosse Betonplatten leicht erreicht werden. Gut angebunden über eine Abzweigung direkt an der Friedrichsstrasse, höhe Y-Haus stehen für die Besucher beidseitig angeordnet insgesamt 30 bzw 50 Parkplätze zu Verfügung. Die Zufahrt der Anlieferung führt über die Stellplatzanlage zur Logistikfläche am Westportal des Neubaus. Die Abfahrt erfolgt nach Norden und schliesst dort wieder an die Friedrichsstrasse. Durch Schärfung der Ränder mit dichterer Bepflanzung setzt sich der Park stärker vom angrenzenden bebauten Raum ab und intensiviert seinen Charakter als eigenständigen Grünraum. Das Bauhaus Museum wird durch seine Lage und Ausprägung als neue Schnittstelle dieser zwei Stadträume fungieren und fördert damit den Dialog zwischen Natur und Kultur. Unter Anwendung der im Bauhaus oft thematisierten drei Grundformen Quadrat, Kreis und Dreieck wird das neue Museum vertikal aufgebaut. Im Erdgeschoss bildet die Schnittfläche von Quadrat und Kreis die grosszügigen Eingangsbereiche mit Foyer und Erstinformation sowie Shop und Gästebereich der Cafeteria. Die Kreisfläche selber beinhaltet alle notwendigen dienenden Räume wie Ticket, Garderobe, Lager und Vorbereitungsbereiche. Über den zentralgelegenen kompakten Kern mit Treppen- und Warenliftanlage können alle weiteren Geschosse effizient erreicht werden. Die Sammlung beginnt im ersten Obergeschoss mit der Kreisinnenfläche als geschlossenen Zylinder. Eine Ebene weiter wechselt die Orientierung von Innen nach Aussen. Die Kreisaussenfläche, begrenz durch die Fassadenhaut bildet hier die Ausstellungsfläche. Das Prinzip von geschlossener und offener Fläche, wird in den nächsten zwei Ebenen mit der letzten Grundform, dem Dreieck fortgesetzt. Durch den Volumenverschnitt über die Geschosse entstehen Ausstellungsflächen mit unterschiedlicher Geometrien und hoher räumlicher Qualität. Als vollständiges Quadrat steht im ersten Untergeschoss eine grosszügige Fläche für Wechselausstellungen zur Verfügung. Im obersten Geschoss liegt die Museumspädagogik mit Workshop und Veranstaltungsraum. Über eine zwischen Ebene werden von dort auch die Verwaltungsräume erreicht, welche über mehrere Lichthöfe belichtet werden. Durch den abschliessbaren Erschliessungskern können die Räume der Pädagogik auch ausserhalb der Museumsöffnungszeiten genutzt werden. Die einzelnen Geschosse werden als massive Betonstruktur ausgeführt. Die vertikal Kräfte können über die Schnittbereiche der Ebenen und zwei zusätzlichen Stützen in die Fundation abgetragen werden. Den thermischen Anforderungen, wird mit einer zweischaligen Fassadenkonstruktion Rechnung getragen.



Bauherr: Stiftung Bauhaus Dessau
Fläche: 6'380m2 GF